+49 6703 960 830 mail@psychorad.de

Proflectionen

mit Entscheider*Innen

 

Gemeinsam ins Unbekannte springen.

Diese Bild beschreibt meine Arbeit als Psychologe und Coach. Im Gespräch erkunden wir, Klient*In und ich, gemeinsam die Handlungsfelder, die nicht mehr ganz Gegenwart und noch nicht ganz Zukunft sind. Vor uns ist eine Welt im Nebel. Mögliche Details und Strukturen deuten sich an und verblassen wieder. Erst durch den Entschluss zu gehen entstehen Wege, es können Wegmarken errichtet werden. Handlungsfelder tun sich auf.

Meine bevorzugte Klienten Gruppe

sind Führungskräfte, CEOs und Geschäftsführer*Innen. Für sie bin ich Gesprächspartner, wenn es darum geht ihre Pläne und Gedanken zu testen und zu entwickeln. Gemeinsam gehen wir ins Unbekannte, in den Nebel, der zwischen dem jetzt und der Zukunft liegt. Ich nenne diesen nach vorne gerichteten Prozess Proflection. Geht es bei der Reflexion vor allem um die gedankliche Durchdringung von Bekanntem und Vorhandenem geht es bei der Proflection darum noch Ungedachtes, noch nicht Gesehenes in den Blick zu bekommen und Entwicklung voran zu treiben. Fortschritt erfordert den Sprung ins Unbekannte.

Mein Welt- und Menschenbild

begründet die Bedeutung, die der gemeinsame Sprung in Unbekanntes für mich hat. Geprägt wurde mein Bild von der Welt und uns Menschen vor allem durch der Klienten-zentrierten Psychologie von Carl Rogers und der Arbeit des Systemischen Biologen Humberto Romesin Maturana.

Da wir in einer komplexen Welt leben

und arbeiten, in der Alles mit Allem interagiert können wir nur ahnen, was uns in dem Feld, in das wir hinein gehen erwartet. Möglich ist jedoch, dass wir uns unseren Erfahrungen anvertrauen. Jedoch nur, wenn wir sie mit denen Anderer verglichen haben, um sie auf Stimmigkeit und Aktualität zu überprüfen. Nur gemeinsam und im Gespräch gelingt der Sprung ins Unbekannte.

Als biologische Systeme

sind wir Menschen nur in Verbindung mit einer Umwelt, einem anderen denkbar. Verlieren wir diese Verbindung existieren wir nicht mehr. Erst im Gespräch sind beiden Partner*Innen ganz sie. Ubuntu ist das südafrikanische Gegenstück zu dieser Idee. Nur im Austausch mit einem Du werde ich meine Möglichkeiten voll entwickeln um dann gestärkt ins Unbekannte zu gehen.

Bleibt noch die Frage welche Veränderungstheorie

den Proflectionen zu Grunde liegt. Die Vorstellung von Methoden oder Tools, die angewandt werden, ist mir zu mechanistisch. Ich fühle mich wohler, wenn ich meine Arbeit als Zusammenarbeit, als gleichberechtigte gemeinsame Suche beschreibe. Für mich ist Beratungsarbeit Beziehungsarbeit in der wir uns gemeinsam, coevolutionär verändern, unseren Horizont erweitern. Dabei bringen alle Beteiligten Ihre Erfahrungen, ihre Werthaltungen und ihre Eigenarten in den Prozess ein. Meine wichtigsten werte sind:

Freundlichkeit und liebevoller Umgang mit meinem Gegenüber und seinen Ideen und Fragen,

Wertschätzung für die Menschen, so wie sie bis hier geworden sind,

Neugierde was die akute Fragestellung betrifft und

Beharrlichkeit, die unbedingt wissen will, wie und wo es weiter geht.

In der Konfrontation mit Erfahrungen, Werten, Haltungen und Eigenarten der Partner*Innen verändern wir uns alle und erweitern dabei unser Gesichtsfeld. Der Blick auf das gerade noch Unbekannte wird klarer. Möglicherweise hebt sich der Nebel auch ganz und ein neues Feld liegt klar strukturiert vor uns.

zurück zum Start              zu Menü 

wechsle zu Englisch

 

Proflection
beschreibt für mich sehr gut das was in Coachings geschieht. Den praktisch gleichen Begriff, Proflexion habe ich bei der Akademie des Werden von Johannes Groß  gefunden.

Gemeinsam ins Unbekannte zu springen 
Diesen Metapher und den von dem nebel, der zwischen dem bekannten und dem Unbekannten liegt fand ich in einem  TED-talk von Uri Alon, einem israelischen Systemischen Biologen, dessen Ideen ich anregend finde.